…welche uns ein Leben lang begleitet und beeinflusst, hat es doch wirklich geschafft, dass wir in dem Irrglauben leben, dass die Mineralien und Spurenelemente im Mineralwasser ein „unverzichtbarer“ Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sind.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) wischt in ihren „Guidelines for drinking water“ diese Aussage klar vom Tisch. Die Verwendung von Trinkwasser mit sehr geringen Mineralstoffgehalten verursacht keine ungünstigen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Auch das Deutsche Institut Fresenius räumt in einem Gutachten über Umkehrosmoseanlagen ein, dass sehr weiche, salzarme Wässer mit einem niedrigen Leitwert (unter 130 μS) keine nachteiligen Folgen haben. Solche Wässer mit einem so geringen Mineralstoffgehalt erobern ganz im Gegenteil immer mehr den Markt.

Um die Mineralstoffe einer Banane zu erhalten, müsste man 25 Liter Mineralwasser trinken!

Banane_MineralwasserWie viel einfacher ist da das Essen dieser gebogenen Frucht. Für die Deckung des Bedarfs an Mineralien in unserem Organismus hat die Natur an erster Stelle Obst und Gemüse vorgesehen. Nur Pflanzen sind in der Lage, die natürlichen im Boden vorkommenden anorganischen Mineralien in organische Mineralverbindungen für unsere Ernährung umzuwandeln.

olympiaSportler benötigen eine Menge an Mineralien und Spurenelemente und dennoch wurden im Jahre 2004 für die Olympischen Spiele in Athen, 600 Membranfilteranlagen (Osmoseanlagen) gekauft. Es wurde nicht das Mineralwasser bevorzugt, welches angeblich die Sinne und den Geist belebt.

Wir Deutschen möchten ja immer alles wissenschaftlich belegt haben, richtig?

Fakt ist, dass es keine einzige wissenschaftliche Studie oder Untersuchung gibt, die beweisen würde, dass Mineralwasser gesünder ist und den Körper mit Mineralien versorgt. Die einzige Studie die es gibt, ist die der Mineralwasserindustrie. Sie nennt sich umsatzbringende Werbestudie, so Prof. Franz Daschner (Umwelthygieniker an der Uni Freiburg, Nobelpreisträger). „Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon 100 Mal gehört haben, als eine Wahrheit, die sie schon einmal wussten.“ (Alfred Polgar) Wasser hat definitiv nicht die Aufgabe, den Körper mit Mineralien zu versorgen, es dient in erster Linie als Transport- und Lösungsmittel. Je geringer der Mineralgehalt im Wasser, desto größer ist seine Fähigkeit, Ablagerungen im Körper zu lösen und auszuleiten.

Wer liefert uns Mineralien und in welcher Menge?

MineralienHierzu ein Beispiel: Kalium ist eines der wichtigsten Mineralstoffe, welcher Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfällen vorbeugt. Erwachsene haben einen Tagesbedarf von mindestens 2000 mg. Der Kaliumgehalt handelsüblicher Mineralwässer liegt im Schnitt laut Etikett bei 6 mg/l. Das bedeutet: Um nur den täglichen Bedarf an Kalium zu decken, müssten wir mindestens 160–320 Liter Mineralwasser trinken!

Eine Kartoffel enthält bereits 445 mg Kalium pro 100 g. Das bedeutet, dass wir schon allein durch den Verzehr von 300–400 g Kartoffeln täglich, unseren gesamten Tagesbedarf an Kalium aufnehmen könnten! Weitere Beispiele möchten wir Ihnen ersparen. Wir müssen einfach wieder lernen, zwischen Werbung und Wissenschaft zu unterscheiden.

Mineralwasser pH-Wert und Kohlensäure

Von den 130 Litern Mineralwasser pro Kopf im Jahr werden 85 % mit Kohlensäure und nur 12,5 % ohne Kohlensäure getrunken. Mineralwässer mit Kohlensäure haben oft einen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Somit liegen Sie meist im total sauren Bereich (siehe Stiftung Warentest 2008).

Die Kohlensäure dient einzig und allein dazu, durch die Ansäuerung des Wassers das Wachstum von Keimen zu unterdrücken. Kohlensäure ist ein Abfallprodukt unseres Stoffwechsels. Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Warum sollten wir etwas trinken, was der Körper versucht loszuwerden?


Mineralwasser oder Leitungswasser?
(SUEDDEUTSCHE.de – 17.05.2010

zurück zur Übersicht

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Mineralwasser

Flaschen-Mineralwasser – der beste Marketingtrick unserer Zeit?

Die Deutschen sind Weltmeister im Mineralwasser trinken! Seit 1970 stieg der Verbrauch der Deutschen an Flaschenwasser von 12,5 Liter pro Kopf im Jahr auf...Weiterlesen

wassertest

Grenzwerte in der Mineralwasserverordnung

Uran: Laut Mineralwasserverordnung gibt es keinen Grenzwert für Uran, im Leitungswasser ist der Grenzwert 10 μg/l. Zyanid im Mineralwasser = 70 μg/l, im Leitungswasser...Weiterlesen